TSMC erweitert das Outsourcing von CoW-Verpackungen für AI-Chips, wodurch Engpässe bei der Kapazität voraussichtlich gelindert werden.
TSMC öffnet den wichtigen Chip-Verpackungsprozess CoW in großem Umfang für Outsourcing-Partner wie ASE. Dieser strategische Schritt gilt als entscheidender Durchbruch zur Lösung der anhaltenden Lieferengpässe bei AI-Chips.
TSMC öffnet die Kernprozesse der AI-Chip-Packaging-Technologie nun verstärkt für externe Auftragsfertiger. Dieser Schritt gilt als entscheidende Maßnahme zur Bewältigung anhaltender Lieferengpässe und dürfte eine Investitionswelle in die Backend-Ausrüstung der Halbleiterindustrie auslösen.
Laut der koreanischen Zeitung „Electronic News“ hat TSMC beschlossen, den CoW-Prozess (Chip on Wafer) innerhalb der CoWoS-Packaging-Technologie zusätzlich an OSAT-Unternehmen (Outsourced Semiconductor Assembly and Test) wie ASE Group auszulagern. Zuvor hatte TSMC das Outsourcing des CoW-Prozesses nur in sehr begrenztem Umfang betrieben. Die Ausweitung dieses Outsourcings markiert einen strategischen Wandel. Die betreffenden OSAT-Firmen treiben derzeit aktiv den Einkauf neuer Produktionsanlagen voran und haben laut Berichten bereits mit koreanischen Zulieferern für Materialien, Komponenten und Ausrüstung entsprechende Bestellungen (PO) verhandelt.
Die Ausweitung des Outsourcings dürfte die Nachfrage nach Backend-Ausrüstung direkt ankurbeln, insbesondere bei Anlagen für das Zerschneiden und Bonden (Bonding) von Wafern und Interposern, wobei sich koreanische Ausrüster besonders gute Chancen auf umfangreiche Aufträge ausrechnen.
CoWoS-Technologiearchitektur: CoW bleibt der zentrale Engpass
CoWoS ist TSMCs 2.5D-Packaging-Technologie, die speziell zur Fertigung von AI-Chips dient. Im Herstellungsprozess werden GPU-basierte AI-Prozessoren (SoC) als Kern verwendet, um die herum Hochbandbreiten-Speicher (HBM) angeordnet und mittels Interposer miteinander verbunden werden.
TSMC bezeichnet den Prozess des Verbindens des Chips mit dem Interposer als CoW, während das Verbinden des Interposers mit dem Substrat als WoS (Wafer on Substrate) bezeichnet wird. Bisher hat TSMC vor allem den WoS-Prozess ausgelagert; Unternehmen wie ASE, Amkor oder SPIL haben dafür Technologie-Lizenzen erhalten und übernehmen die Produktion. Der CoW-Prozess wurde zwar teilweise ausgelagert, jedoch bislang nur in sehr geringem Umfang.
Die nun deutlich ausgeweitete Auslagerung des CoW-Prozesses bei TSMC wird vor allem durch den anhaltenden Boom bei AI-Chips angetrieben. Weltweit, allen voran NVIDIA und andere fabless AI-Chip-Designer, wächst die Nachfrage stark. Zugleich entwickeln und implementieren Betreiber von AI-Rechenzentren zunehmend eigene, maßgeschneiderte Chips, was die Gesamtnachfrage rapide steigen lässt.
TSMC schätzt, derzeit rund 90% des weltweiten Marktes für die Fertigung von AI-Chips zu bedienen. Dennoch konnten trotz anhaltender Investitionen in die Packaging-Kapazitäten die Engpässe im Packaging-Prozess bislang nicht grundlegend beseitigt werden. Aus Branchenkreisen heißt es: „Die Ausweitung des Outsourcings ist TSMCs proaktiver Schritt, gemeinsam mit führenden OSAT-Partnern die Kapazitäten vor dem Hintergrund der wachsenden Marktnachfrage zu steigern.“
Koreanische Ausrüster erhalten neue Auftragschancen
Da OSAT-Unternehmen mit der Durchführung des CoW-Prozesses ihre Investitionen in Anlagen ausbauen, dürfte die koreanische Backend-Ausrüsterkette direkt profitieren. Nach Angaben mehrerer Vertreter der koreanischen Ausrüsterbranche laufen derzeit bereits Gespräche über die Lieferung von CoW-Spezialgeräten im Bereich Laserverarbeitung und Bonding, wobei die Investitionen voraussichtlich auf das Wafer- und Interposer-Zerschneiden sowie Bonding fokussiert sein werden.
Die genauen Investitionssummen wurden noch nicht veröffentlicht, doch erwartet die Branche, dass die betreffenden OSAT-Unternehmen ihre vorhandenen Kapazitäten erheblich ausweiten und dadurch ein signifikantes Ausrüstungsbeschaffungsvolumen entsteht.
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