Organisation: Neue Allokationsansätze nach dem Scheitern von Aktien- und Anleihenportfolios, Gold hebt sich als defensive Anlage hervor
Huixin Financial am 18. August berichtet—— Morgan Stanley-Stratege Mike Wilson ist der Meinung, dass die Schutzwirkung der traditionellen 60/40-Aktien-Anleihen-Portfolios abnimmt und Gold als Verteidigungswert zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gold erlebt bereits einen 25-jährigen Bullenmarkt. Das Rohstoff-Team bleibt vorsichtig; Zentralbanken zeigen starke Resilienz beim Goldkauf, während sich ETF-Gelder durch Zinssätze und den US-Dollar eingeschränkt sehen. Geopolitische Konflikte treiben die Inflation und unterdrücken Zinssenkungserwartungen, wodurch die Schutzfunktion von Gold geschwächt wird. Die weitere Entwicklung des Goldpreises hängt von der Umsetzung der Zinssenkungen durch die FED ab, und ob Konflikte anhalten oder sich entspannen, birgt jeweils entsprechende Handelsrisiken.
Die traditionelle 60/40-Aktien-Anleihen-Balance wurde langfristig als Paradigma für solides Investieren angesehen, aber in einem Umfeld steigender Asset-Korrelationen verliert diese Strategie deutlich an Schutzwirkung.
Morgan Stanley-Strategieanalysten diskutieren tiefgehend den Wert der Goldallokation, die Treiber und potenziellen Risiken, analysieren Chancen und Unsicherheiten von Gold im Kontext der Rohstoffrotation – wertvolle Orientierung für langfristige Investoren.
Versagen des Aktien-Anleihen-Portfolios – Gold wird zur wichtigen Verteidigungsoption
Morgan Stanleys US-Chefaktienstratege und CIO Mike Wilson wies darauf hin, dass während des Marktrückgangs 2022 Aktien und Anleihen synchron fielen und so die historische Korrelation durchbrachen; zahlreiche Renteninvestoren erlitten Verluste in beiden Assetklassen und viele zogen sich abwartend aus dem Markt zurück.
Wilson betont, dass langfristige Investoren nicht kurzfristigen Trends hinterherlaufen oder panisch verkaufen sollten. Regelmäßiges Investieren und Diversifikation bleiben relevant – auch nach der turbulenten Phase 2022 konnten Investoren mit vollständigen Positionen letztlich gute Ergebnisse erzielen. Aktuell steigt die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen, sodass Anleihen ihre risikostreuende Funktion verlieren und Anleger neue defensive Assets suchen müssen. Er sagt,
Aus seiner Sicht dauert der 25-jährige Bullenmarkt von Gold an – erst Anfang 2026 wurde dieser Trend vom Markt breit anerkannt. Ende letzten Jahres hat die FED über ihr Reserve-Management-Programm die Bilanz ausgeweitet, was eine Phase massiver Rohstoffrotation einleitete. Gelder flossen zunächst in Edelmetall-Aktien, seltene Erden und Energie, dann in Halbleiter; Kapital sucht proaktiv Rohstoff-ähnliche Assets zur Absicherung gegen Aktienrisiken.
Faktoren, die den Goldpreis beschränken, und Long-Short-Kämpfe
Das hauseigene Rohstoffteam ist beim Goldpreis-Ausblick weitaus vorsichtiger. Am 22. Juni veröffentlichten Morgan Stanley-Rohstoffanalysten Amy Gower und Martijn Rats eine Studie: Zentralbankkäufe zeigen große Resilienz, doch die Geldströme in Gold-ETFs werden stark durch FED-Politik, Realzinsen und US-Dollar beeinflusst. Ohne deutliche Zuflüsse in ETFs dürfte das Kursziel von 5.200 USD je Unze schwer erreichbar sein.
Gower erklärt, dass geopolitische Konflikte zu Schocks im Energieangebot führen und so die Inflation antreiben. Dadurch sinken die Erwartungen an Zinssenkungen – die Schutzfunktion von Gold wird durch die Geldpolitik unterdrückt. Der Haupttreiber des Goldpreises ist nun die FED-Politik; geopolitische Ereignisse haben weniger Einfluss als die Reaktion darauf. Hohe Ölpreise zwingen die FED, den Lockerungspfad zu überdenken, und der Markt senkt kontinuierlich die Zinssenkungserwartungen, wodurch Gold als zinsloser Asset höhere Haltekosten entstehen.
Ursprünglich hatte das Institut prognostiziert, dass die FED im Januar und März 2027 Zinssenkungen umsetzt, was den Rückfluss der Gelder in Gold-ETFs begünstigen und den Goldpreis nach oben treiben würde. Doch der anhaltende geopolitische Konflikt birgt Risiken. Gower warnt: Bleiben die Marktzinsen dauerhaft hoch oder steigen sogar Zinserwartungen, wird der Goldpreis klaren Druck erfahren; selbst wenn der Konflikt gelöst wird, bleibt der Goldpreis hoch und das dämpft die Nachfrage von Zentralbanken, ETFs und der physischen Konsumseite – das weitere Aufwärtspotenzial bleibt limitiert.
Fazit
Unterm Strich bleibt die Grundlage für einen langanhaltenden Goldbullenmarkt bestehen, aber das kurzfristige Geschehen hängt stark vom Tempo der FED-Zinssenkungen und den ETF-Geldflüssen ab. Geopolitische Lage ist ein zweischneidiges Schwert: sie erzeugt sowohl Absicherungsbedarf als auch Inflationsdruck und zwingt die Geldpolitik zur Straffung. Investoren sollten Gold nicht als bedingungsloses Hedge-Instrument betrachten, sondern makroökonomische Politik ganzheitlich bewerten.
Tageschart Spot-Gold, Quelle: EasyHuixin Financial
GMT+8 am 18. August, 9:57 Uhr, Spot-Gold bei 4.408,07 USD/Unze
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