MicroStrategy muss Bitcoin nicht mehr verkaufen? MSTR-Aktie steigt um 12 %
Strategy (MSTR), das Bitcoin-Treasury-Unternehmen, das früher als MicroStrategy bekannt war, gibt an, dass die Dollar-Reserven inzwischen fast alle seine Schulden in Höhe von 6,75 Milliarden US-Dollar ausgleichen. Die Aktie von MicroStrategy stieg am Donnerstag um 12 %, da die Befürchtungen von erzwungenen Bitcoin-(BTC-)Verkäufen nachließen. Das Unternehmen gab in der Bekanntmachung an, dass sein Netto-Leverage bei etwa 0,1 % liegt. Einfach ausgedrückt: Die Barmittel gleichen die Schulden nahezu aus, während die 840.447 BTC-Bestände fast komplett und unbelastet bleiben.
MicroStrategy-Aktie springt, da Barmittel fast den Schuldenstand erreichen
MSTR handelte am Donnerstagmittag bei 138,38 USD und lag somit 12 % im Plus. Die Aktie liegt nun im Jahr 2026 weniger als 9 % im Minus. Eine Sitzung hat einen Großteil des Jahresschadens repariert.
MicroStrategy (MSTR) Aktienperformance. Quelle: Yahoo Finance
Der Anstieg baut auf der Rallye der Kryptounternehmen-Aktien in der vergangenen Woche auf, welche MSTR bereits auf ein Zwei-Monats-Hoch gehoben hatte. Aus der Übersicht geht hervor, dass MicroStrategy 6,69 Milliarden US-Dollar in Dollar hält, gegenüber 6,75 Milliarden Dollar Schulden. Die Differenz beträgt lediglich 60 Millionen Dollar.
MicroStrategy Schulden vs. Kassenbestand. Quelle: Strategy
Kernstück ist eine Reserve von 5,10 Milliarden Dollar, die für Dividenden- und Zinszahlungen vorgesehen ist. Dieser Topf hielt Anfang August laut einer SEC-Anmeldung 4,0 Milliarden Dollar. Er wuchs, weil das Unternehmen in diesem Monat 3,28 Milliarden Dollar aufnahm und überhaupt keine Bitcoin kaufte.
STRC ist die größte Vorzugsaktien-Serie von Strategy. Sie zahlt eine jährliche Dividende von 12 % auf fast 10 Milliarden Dollar Nominalwert.
Endet nun die Angst vor einem Bitcoin-Verkauf?
Die Angst war nie abstrakt. MicroStrategy verkaufte im Juli 1.638 BTC zu etwa 64.000 Dollar pro Coin, wie derselben Anmeldung zu entnehmen ist. Dieser Verkauf schürte Zweifel, ob die Treasury einen langen Krypto-Winter überstehen könnte. Skeptiker argumentierten, ein tieferer Rückgang würde zu weiteren Verkäufen zwingen, um Verpflichtungen abzudecken. Barmittel, die fast alle Verbindlichkeiten ausgleichen, schwächen diese Argumentation erheblich.
Gleichzeitig ist der eigentliche Gewinn die Größe. MicroStrategy begann im August 2020 mit dem Kauf von Bitcoin und kontrolliert inzwischen etwa jeden 25. Coin, der jemals existieren wird. Der Bestand ist rund 67,9 Milliarden Dollar wert, bei einem Bitcoin-Kurs von über 80.000 Dollar zum Redaktionszeitpunkt.
MicroStrategy BTC Bestände. Quelle: Bitcoin Treasuries
Die Marge ist allerdings dünn. Das Unternehmen zahlte im Schnitt 75.419 Dollar pro Coin, sodass die gesamte Treasury nur knapp 4 % im Gewinn steht.
Andere Risiken bestehen weiterhin: Vorzugsaktien stehen weiterhin vor Stammaktien und beanspruchen verlässliche Dividenden. Ein Großteil der neuen Barmittel stammt aus dem Verkauf von MSTR-Aktien, was die bisherigen Anteilseigner verwässert. Die Aktie liegt zudem weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau nach einem harten Einjahresduell mit Bitcoin selbst.
Saylor veröffentlichte kürzlich ein Kreditrisikomodell für Bitcoin, das die Preisuntergrenzen aufzeigt, bei denen diese Verpflichtungen zuschlagen. Die nächste Frage ist einfach: Steigt Strategy wieder bei Bitcoin ein oder häuft das Unternehmen weiter Dollar an?
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