Hat Bitcoin tatsächlich einen realen Wert?
Die US-Staatsschulden überschreiten 4 Billionen Dollar, die alte Debatte über den Energieverbrauch beim Mining flammt erneut auf.
Autor: Phil Haunhorst
Übersetzung: Saoirse, Foresight News
An diesem Wochenende entfachte Peter Schiff erneut die Kontroverse über die Werthaltigkeit von Bitcoin. Er argumentierte, dass die im Mining-Prozess verbrauchte Energie kein verbleibendes Produkt hinterlässt, das Bitcoin einen Wertgrund verleiht.
Jeff Swanson, ein „Bitcoin-Maximalist“ (gemeint sind Personen, die kompromisslos an Bitcoin glauben, es als einzig wertvollen Krypto-Asset ansehen und andere Blockchains sowie Altcoins ablehnen), hatte zuvor öffentlich erklärt, Bitcoin sei die Zukunft des Geldes. Peter Schiff widersprach dieser Aussage, wodurch die klassische Debatte über den Ursprung des Geldwerts wieder ins Rampenlicht der Krypto-Community rückte.
Peter Schiff widerlegt das Argument der Wertunterstützung von Bitcoin
Swanson formulierte in seinem ursprünglichen Beitrag drei Hauptsäulen des Werts von Bitcoin, wobei der Energieverbrauch an erster Stelle stand, gefolgt vom festen Ausgabe-Mechanismus und der enormen Rechenleistung.
Schiff wies diese Logik direkt zurück. Seiner Meinung nach verschwindet die Energie im Moment ihres Verbrauchs durch die Miner vollständig und bleibt nicht erhalten, um das Netzwerk zu sichern. In seinem Verständnis verbraucht das Mining lediglich Wert, anstatt ihn zu speichern.
Der Goldbefürworter vertritt diesen Standpunkt seit Jahren: Während nach der Förderung physisches Gold weiter existiert, verschwindet verbrauchte Elektrizität spurlos.
Der aktuelle Stand der Branche kommt seiner Argumentation zudem entgegen. Da viele Betreiber von Rechenzentren ihren Strom für KI-Projekte einsetzen, ist die Bitcoin-Hashrate im gesamten Netzwerk seit Monaten rückläufig. In diesem Jahr haben auch zahlreiche Miner das Bitcoin-Netzwerk verlassen.
Allerdings erwähnt Schiff dabei nie das maximale Angebot von Bitcoin – ein entscheidender Punkt. Das bedeutet, dass sich die Argumentation der Bitcoin-Befürworter weiterhin nur auf diese harte Obergrenze stützen kann und nicht auf den Energieverbrauch.
Die mittlerweile überholte Zahl von 3,9 Billionen Dollar
Swanson verwies auf einen US-Schuldenstand von 3,9 Billionen Dollar, doch die offiziellen Daten des US-Finanzministeriums stehen dem entgegen. Laut den tagesaktuellen Angaben überschritten die ausstehenden öffentlichen Schulden bereits am 18. August die Marke von 4 Billionen Dollar und lagen am 3. September bei 4,01 Billionen Dollar.
Liniendiagramm zum Überschreiten von 4 Billionen Dollar bei US-Staatsanleihen im Jahr 2026 | Quelle: BeInCrypto
Diese Abweichung ist von entscheidender Bedeutung, denn der Großteil von Swansons Argumentation fußt auf dem Vergleich der Schuldendaten. Auch nachdem die US-Staatsschulden im August ein neues Hoch bei 4 Billionen Dollar erreichten, hat sich das Tempo der Kreditaufnahme nicht verlangsamt.
Swanson verknüpfte seine Begründung für Bitcoin auch mit dem Vertrauen des Marktes in die US-Dollar-Emittenten. Schiff ignorierte diesen Aspekt jedoch vollständig und bezog sich ausschließlich auf die Behauptung, Energie verleihe Bitcoin Wert.
Schiff ließ zuletzt eine kleine Kurskorrektur erkennen. Im vergangenen Monat räumte er ein, die Gewinne des Bitcoin-Anstiegs verpasst zu haben. Dennoch bleibt er dabei, dass der tatsächliche Ertrag langfristiger Bitcoin-Halter geringer sei, als diese nach außen hin behaupten.
In diesem Schlagabtausch zeigte keine Seite Zugeständnisse. Doch solange die US-Staatsschulden immer neue Rekorde erreichen, wird die Frage, ob Bitcoin tatsächlich Wertunterstützung besitzt, immer wieder aufkommen.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Die Muttergesellschaft von Corona Bier, Constellation Brands, übertrifft im zweiten Quartal mit starker Nachfrage die Markterwartungen.
Reuters, 6. Oktober – Constellation Brands (STZ.N) hat am Dienstag für das zweite Quartal Gewinne und Umsätze gemeldet, die die Markterwartungen übertrafen. Dies ist auf die starke Nachfrage nach Bierprodukten wie Modelo Especial und Victoria zurückzuführen, die in einem schwachen Konsumumfeld die Herausforderungen der Branche abfederte. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass es das auf Wodka basierende Ready-to-Drink-Unternehmen (RTD) SpikedAde für mindestens 75 Millionen Dollar übernommen hat – ein strategischer Schritt, um neue Nachfragebereiche zu erschließen und seine Position im schnell wachsenden RTD-Markt zu festigen. Beim Abschluss der Übernahme wird Constellation Brands 75 Millionen Dollar zahlen und je nach Leistung der Marke sowie der Kapitalallokationspriorität des Unternehmens über die nächsten fünf Jahre zusätzliche bis zu 278 Millionen Dollar. Das Biergeschäft von Constellation Brands profitierte in diesem Jahr von bedeutenden Sportereignissen: FIFA-Weltmeisterschaft und NBA-Finale förderten Zuschauerpartys und gesellschaftliches Trinken. Laut Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) stieg der Nettoumsatz im Quartal bis zum 31. August um 6 % auf 2,63 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Durchschnitt 2,54 Milliarden Dollar erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,74 Dollar und damit über den erwarteten 3,56 Dollar. Der Nettoumsatz im Geschäftsbereich Wein und Spirituosen stieg im Quartal um 17 %, das Biergeschäft wuchs um 5 %. Constellation Brands hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 bekräftigt: ein bereinigter Gewinn je Aktie von 11,20 bis 11,90 Dollar und ein organischer Nettoumsatz zwischen -1 % und +1 %. Die Prognose für die operative Marge im Gesamtjahr wurde von zuvor 32–33 % auf nun 31–32 % gesenkt. Nachbörslich gab die Aktie um 4,5 % nach und liegt seit Jahresbeginn etwa 16 % im Minus. Im April zog das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2028 zurück (link) und verwies auf ein unsicheres Marktumfeld und mangelnde kurzfristige Visibilität.
BUZZ-Fair Isaac-Aktien fallen, da 15 % der Belegschaft im Zuge der Umsetzung der KI-Initiative entlassen werden.
Am 6. Oktober fiel der Aktienkurs des Kreditbewertungsunternehmens Fair Isaac (FICO.N) im nachbörslichen Handel um 2,4 % auf 679,01 US-Dollar. Das Unternehmen gab bekannt, dass etwa 15 % der Mitarbeiter entlassen werden, um das Management zu verschlanken, die Abläufe zu vereinfachen und die Entwicklung KI-basierter Produkte zu integrieren. Die betroffenen Mitarbeitenden wurden in der Woche ab dem 5. Oktober informiert. Das Unternehmen erwartet, dass der Restrukturierungsplan im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 im Wesentlichen abgeschlossen sein wird. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sollen etwa 27 Millionen US-Dollar an Vorsteueraufwendungen, hauptsächlich im Zusammenhang mit Abfindungen und Personalkosten, gebucht werden. Es wird davon ausgegangen, dass der Großteil dieser Kosten zukünftig zu Barausgaben führen wird. Bis zum Handelsschluss des letzten Tages ist der Aktienkurs des Unternehmens im Jahresverlauf insgesamt um etwa 59 % gefallen.

BUZZ – Caribou-Aktie fällt nach Abbruch des Zelltherapie-Projekts und Einleitung einer strategischen Überprüfung
Am 6. Oktober fiel der Aktienkurs des Biotechnologieunternehmens Caribou Biosciences CRBU.O im nachbörslichen Handel um 36,1 % auf 0,73 US-Dollar. Das Unternehmen teilte mit, dass es potenzielle Verkaufsmöglichkeiten, Fusionen oder andere Optionen prüft, um den Aktionärswert zu steigern. Caribou plant, die Entwicklung der experimentellen Zelltherapie vispa-cel zur Behandlung einer bestimmten Blutkrebserkrankung sowie des CB-011 für die Behandlung von multiplem Myelom einzustellen. Das Unternehmen gab an, dass vispa-cel bereit für klinische Studien sei und man sich mit der US-Arzneimittelbehörde FDA auf ein Design für die fortgeschrittene klinische Studie geeinigt habe. Es wird betont, das herausfordernde Finanzierungsumfeld für allogene CAR-T-Therapien mache es schwierig, genug Kapital zur Fortführung dieser Projekte aufzubringen. Caribou plant Entlassungen und Kostensenkungen; laut Unternehmensangaben verfügte Caribou zum 30. Juni 2026 über 113,8 Millionen US-Dollar in Barbeständen, Äquivalenten und Wertpapieren. Bis zum Handelsschluss des Vortags hat die Aktie seit Jahresbeginn rund 29 % an Wert verloren.
BUZZ - Gordon Haskett stuft Dollar General auf "Kaufen" hoch, Aktie steigt
Am 6. Oktober stieg der Aktienkurs des Discounters Dollar General (DG.N) im Nachmittagshandel um etwa 3 % auf 122,34 US-Dollar. Gordon Haskett erhöhte nach einem Treffen mit dem Management das Rating auf „Kaufen“ und setzte das Kursziel auf 140 US-Dollar fest. Laut dem Brokerhaus suchen immer mehr einkommensstarke Verbraucher bei "Dollar General" nach Einkaufsmöglichkeiten, da die hohen Benzinpreise das Haushaltsbudget belasten. Dies eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, seinen Marktanteil weiter auszubauen. Der Broker ergänzte, dass sich das Konsumverhalten von einkommensschwachen Kunden trotz steigender Treibstoffkosten dank der anhaltend stabilen Beschäftigungslage stabilisiert und angepasst habe. Die Analysten beobachteten zudem, dass Verbraucher dazu neigen, häufiger nähergelegene Filialen aufzusuchen, aber pro Besuch weniger Artikel kaufen – Trends, die als vorteilhaft für Dollar General angesehen werden. Das Unternehmen arbeite daran, sein Sortiment an 1-Dollar-Artikeln zu erweitern und plane, die Anzahl saisonaler 1-Dollar-Produkte in der zweiten Jahreshälfte um 40 % zu erhöhen. Dollar General erklärte, seine Distributionspartnerschaften würden dabei helfen, neue Kunden zu gewinnen und Marktanteile von traditionellen Lebensmitteleinzelhändlern und Apotheken abzunehmen. Laut von der London Stock Exchange Group (LSEG) zusammengefassten Daten empfehlen von 32 Brokern 13 die Aktie zum „Kauf“ oder höher, 18 halten sie für „halten“ und einer bewertet sie mit „verkaufen“. Der mittlere Zielkurs liegt bei 140 US-Dollar. Seit dem Schlusskurs des letzten Handelstags beträgt der kumulierte Kursverlust der Aktie im laufenden Jahr etwa 8 %.

