Technologische Revolution bedeutet nicht garantiertes Geldverdienen an der Börse! Dalio gibt Ratschläge für das Zeitalter der KI-Blase.
Während die US-Aktienmärkte erneut Rekordhöhen erreichen, warnt Ray Dalio, Gründer von Bridgewater, dass die AI-Investitionswelle bereits eine Blase gebildet hat und der Markt in eine Phase steigender Risiken eintritt. Angesichts der Unsicherheit in Wirtschaft und Märkten in den kommenden zwei bis vier Jahren empfiehlt er den Anlegern, ihre Vermögensallokation zu diversifizieren, Gold sowie inflationsgeschützte Anleihen in das Portfolio aufzunehmen und besonders auf die überbewerteten, hochverschuldeten AI-Marktführer zu achten.
Dalio äußerte sich dazu letzte Woche im Podcast-Interview mit der Finanzjournalistin Julia LaRoche und erklärte, dass Anleger die Risiken des aktuellen Marktumfelds erkennen müssen. Er hat mehrfach vor einer Blase im AI-Bereich gewarnt und betonte beim jüngsten Forbes Global CEO Summit in Singapur, dass Technologieunternehmen und Investoren den AI-Boom über Schulden weiter anheizen. Da die Zinsen weiter steigen, könnte diese heiße Phase der Branche dem kritischen Bruchpunkt näherkommen.
Die technische Revolution durch AI bedeutet nicht automatisch Rendite
Dalio zieht Parallelen zwischen der aktuellen AI-Rally und der technischen Hochphase vor dem Börsencrash von 1929 in den USA. Er weist darauf hin, dass bedeutende technologische Revolutionen stets mit hoher Unsicherheit und großem Kapitalbedarf einhergehen. Auch wenn die Technologie bahnbrechend wirkt, können die dazugehörigen Aktien bei zu hohem Preis oder exzessiver Verschuldung heftig abstürzen.
Er betont, dass Anleger oft den Wert des technologischen Fortschritts mit den Renditen aus Aktieninvestitionen gleichsetzen. Selbst wenn eine Branche große Zukunftspotenziale hat, heißt das nicht, dass alle Unternehmen darin zu hohen Bewertungen gekauft werden sollten.
Dalio wies auch in einem Social-Media-Post im vergangenen Monat darauf hin, dass Anleger in der Vergangenheit gerne in weitreichende neue Technologien wie Elektrifizierung investierten, aber wenn die Assetpreise zu hoch sind oder der Kauf stark mit Schulden finanziert wird, kann es auch heute wieder zu einem Crash wie zwischen 1929 und 1933 kommen.
Er hebt ebenso hervor, dass Buchvermögen nicht gleich frei verfügbares Bargeld ist. Anleger können durch Finanzierung und Schulden rasch nominelles Vermögen anhäufen, doch wenn die Erträge erst durch den Verkauf von Vermögenswerten realisiert werden müssen, kann eine Verkaufswelle zum Auslöser für das Platzen der Blase werden.
Die aktuelle Marktanfälligkeit wird zudem durch steigende Zinsen verschärft. Die Renditen von US-Staatsanleihen liegen so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Anleihepreise geraten unter Druck, gleichzeitig erreichen S&P 500 und Nasdaq Composite Index neue Rekordstände. Dalio meint, steigende Zinsen drücken nicht nur Anleihepreise, sondern verstärken auch den Druck auf hoch bewertete Aktien; mit einer hohen Schuldenlast auf der Bilanz steigen die Risiken zusätzlich.
Gold: 5% bis 15% Anteil, Fokus auf inflationsgeschützte Anleihen
Zum besseren Schutz gegen Unsicherheiten rät Dalio Anlegern zu einem ausgewogeneren und diversifizierten Portfolio. Er empfiehlt, Gold mit einem Anteil von 5% bis 15% einzuplanen, da Gold als Hartwährung gerade bei steigendem Staatsverschuldungsniveau zur Risikodiversifizierung beitragen kann.
Allerdings sieht auch Gold kurzfristig Belastung. Seit Jahresbeginn drücken steigende Anleiherenditen und ein starker US-Dollar den Goldpreis. Da Gold keine Zinsen abwirft, steigen die Opportunitätskosten bei höheren Renditen entsprechend.
Abseits von Gold setzt Dalio zudem auf inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS), insbesondere auf gehebelte Varianten, die zusätzliche Inflation- und Zinsrisiken aufnehmen. Er erklärt, dass die erwarteten Renditen von Bargeld gering sind, während die Realverzinsung von TIPS aktuell etwa 3% beträgt und daher attraktiv ist. Gleichzeitig erwartet er, dass Inflationsdruck weiterhin bestehen bleibt.
Möglichst teure AI-Giganten meiden, Gewinnerunternehmen suchen
Bei der Aktienauswahl empfiehlt Dalio, den Fokus auf Unternehmen zu legen, die durch AI ihre Geschäftsmodelle transformieren, etwa indem sie Umsatz steigern oder Kosten senken und so ihre Performance verbessern. Diese Firmen könnten vom Markt noch unterschätzt sein.
Bei den Tech-Giganten, die aktuell den AI-Boom dominieren, bleibt Dalio dagegen vorsichtig. Die Bewertung von großen Cloud-Anbietern und anderen Unternehmen, die massiv auf AI setzen, hält er für zu hoch und überteuert.
Er prognostiziert, dass die nächsten zwei bis vier Jahre besonders risikoreich werden; politische Ereignisse wie die US-Wahlen im November sowie die Präsidentschaftswahlen 2028 bringen zusätzliche Unsicherheiten für die Märkte.
„Das, was du nicht weißt, ist viel mehr als das, was du über die Zukunft zu wissen glaubst.“ Dalio unterstreicht in diesem Umfeld die zentrale Bedeutung einer ausgewogenen und diversifizierten Vermögensallokation.
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