Die US-Hypothekenzinsen steigen auf 7,4 % und treffen den Immobilienmarkt hart. Im September verzeichneten die schwebenden Hausverkäufe den größten Rückgang seit über drei Jahren und fielen auf den niedrigsten Stand seit 2014.
Da die Hypothekenzinsen in den USA erneut die 7%-Marke überschritten haben, erleidet der US-Immobilienmarkt einen schweren Schlag.
Wie das Finanzportal SmartFinance meldet, erleidet der US-Immobilienmarkt derzeit erhebliche Einbußen, nachdem die Hypothekenzinsen in den USA erneut die 7%-Marke überschritten haben. Laut den neuesten Daten des Immobilienmaklerunternehmens Redfin sank die Zahl der unterzeichneten Verkaufsverträge für bestehende Häuser im September gegenüber dem Vormonat um 4 % – der stärkste Rückgang seit mehr als drei Jahren – und fällt auf eines der niedrigsten Niveaus der letzten zwölf Jahre. Gleichzeitig stieg das Angebot zum Verkauf stehender Häuser auf den höchsten Stand seit März 2020, was zeigt, dass die hohen Zinsen die Nachfrage nach Immobilien weiterhin schwächen und den Abwärtsdruck auf den US-Immobilienmarkt verstärken.
Daryl Fairweather, Chefökonom von Redfin, erklärt: „Die Stimmung im Immobilienmarkt hat sich deutlich verändert. Wenn die Zinsen derart stark steigen, können immer weniger Menschen sich den Kauf eines Hauses leisten. Das bedeutet zwangsläufig einen Rückgang der Verkaufszahlen.“
Laut saisonbereinigten Daten von Redfin sank die Zahl der unterzeichneten Verkaufsverträge für bestehende US-Häuser im September um 4 % gegenüber dem Vormonat. Dies ist der größte monatliche Rückgang seit über drei Jahren. Abgesehen von der besonderen Situation zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 liegt dieser Wert auf dem niedrigsten Stand seit 2014.
Die jüngste Abkühlung des Immobilienmarkts ist in erster Linie auf den rasanten Anstieg der Hypothekenzinsen zurückzuführen. Nach Angaben von Freddie Mac betrug der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken in den USA bis zum 8. Oktober bereits 7,4 %, gegenüber 6,66 % Ende August – der höchste Wert seit fast drei Jahren und mehr als einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Der rapide Anstieg der Finanzierungskosten ließ die Nachfrage nach Immobilien auf das Niveau unmittelbar nach der Zwangsversteigerungskrise von 2007 bis 2012 sinken und offenbart die Fragilität des Immobilienmarkts nach jahrelangen Preissteigerungen.
Bemerkenswert ist, dass in allen 50 von Redfin beobachteten wichtigsten US-Metropolregionen im September die Zahl der unterzeichneten Verkaufsverträge für bestehende Häuser im Vergleich zum Vorjahr zurückging – zum ersten Mal seit September 2023. Auch damals lagen die US-Hypothekenzinsen auf einem hohen Niveau.
Da die Sorgen der Käufer über weitere Zinssteigerungen zunehmen, senken immer mehr Verkäufer ihre Angebotspreise. Redfin zufolge haben im September fast ein Fünftel der US-Hausverkäufer ihre Preisvorstellungen angepasst. Gleichzeitig kamen etwa 14,5 % der Kaufverträge letztlich nicht zustande – der höchste Anteil, seit das Unternehmen diese Daten erhebt.
Die Auswirkungen hoher Zinsen auf den US-Immobilienmarkt sind regional sehr unterschiedlich. In weiten Teilen des Nordostens und Mittleren Westens sind die Bestände zum Verkauf stehender Häuser nach wie vor knapp und stützen so die lokalen Immobilienpreise. Im Gegensatz dazu stehen Verkäufer in einigen Gebieten des Sunbelt vor schwacher Nachfrage und fallenden Preisen.
Sehr deutlich spürbar ist die Krise an der US-Westküste. Da dort die Immobilienpreise traditionell hoch sind, reagieren Käufer besonders sensibel auf Veränderungen der Hypothekenzinsen, und die gestiegenen Finanzierungskosten schwächen die Erschwinglichkeit weiter. Besonders betroffen ist Seattle: Laut Redfin sank die Zahl der unterzeichneten Verkaufsverträge für bestehende Häuser dort im September gegenüber dem Vorjahr um 24,4 % – der stärkste Rückgang unter den wichtigsten US-Metropolregionen. Neben den hohen Hypothekenzinsen führt auch das nachlassende Beschäftigungswachstum in der technologieorientierten Wirtschaft der Region zu einer geringeren Nachfrage. Zugleich fiel der Median-Verkaufspreis für Häuser in Seattle im Jahresvergleich um 4,4 %, ebenfalls der größte Rückgang unter den führenden US-Metropolen.
Auch mehrere große Immobilienmärkte in Kalifornien sind deutlich betroffen. In Los Angeles, San Diego und Anaheim ging die Zahl der unterzeichneten Verkaufsverträge für bestehende Häuser im Jahresvergleich jeweils um mehr als 15 % zurück. Redfin betont, dass die Immobilienpreise in Südkalifornien zu den höchsten im ganzen Land gehören und Kaufinteressenten hier besonders stark von den gestiegenen Hypothekenzinsen getroffen werden.
Insgesamt verschlechtert sich die Erschwinglichkeit von Wohnraum in den USA weiter, da die 30-jährigen Hypothekenzinsen auf 7,4 % steigen. Dies sorgt für eine wachsende Zurückhaltung der Käufer und eine merkliche Verlangsamung der Transaktionsaktivitäten. Gleichzeitig steigen das Immobilienangebot, die Zahl der Preisreduzierungen durch Verkäufer und die Stornierungsquote von Kaufverträgen auf Rekordniveau – alles Indikatoren dafür, dass der US-Immobilienmarkt vor einer noch umfassenderen Anpassungsphase steht.
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