SK Hynix spaltet Solidigm für einen US-Börsengang ab: Goldman Sachs und Morgan Stanley führen das Konsortium, die Kapitalbeschaffung in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar konzentriert sich auf KI-Speicher.
SK Hynix hat für ihre NAND-Flash-Tochtergesellschaft Solidigm das Konsortium für den geplanten US-Börsengang festgelegt und Goldman Sachs sowie Morgan Stanley als führende Konsortialbanken ausgewählt. Das angestrebte Emissionsvolumen beträgt etwa 10 Milliarden US-Dollar. Dies ist der erste klar definierte, eigenständige Finanzierungspfad für dieses Geschäftssegment, seit SK Hynix nach der Übernahme des NAND- und SSD-Geschäfts von Intel Solidigm gegründet hat.
Am 7. Oktober berichtete Bloomberg, dass SK Hynix Goldman Sachs und Morgan Stanley als federführende Konsortialbanken für den Börsengang (IPO) von Solidigm an der US-Börse ausgewählt hat. Die Transaktion könnte etwa 10 Milliarden US-Dollar einbringen. Nach dem eigenen Rekord-Börsengang von SK Hynix im Juli dieses Jahres mit 26,5 Milliarden US-Dollar an der Nasdaq bringt der südkoreanische Speicherchip-Riese damit erneut eine Tochtergesellschaft an den US-amerikanischen Kapitalmarkt.
Diese Abspaltung bedeutet, dass Solidigm als eigenständiges Unternehmen an der US-Börse bewertet wird und sich auf die von KI getriebene Nachfrage nach Enterprise-Speicherlösungen fokussiert. Anleger erhalten somit ein börsennotiertes Unternehmen, um die Performance des NAND-Geschäfts unabhängig beobachten zu können.
Vor dem Hintergrund steigender NAND-Preise und der expandierenden Nachfrage von AI-Rechenzentren nach Enterprise-Storage ist der eigenständige Börsengang von Solidigm der neueste Schritt in der Verbriefung von Speicher-Assets.
SK Hynix hatte zuvor bereits die Übernahme des NAND- und SSD-Geschäfts von Intel abgeschlossen und die Tochtergesellschaft Solidigm gegründet, jedoch bislang keinen klaren Plan für das weitere Kapitalmanagement des Unternehmens präsentiert. Die Wahl von Goldman Sachs und Morgan Stanley als federführende Konsortialbanken und die geplante unabhängige Notierung in den USA markieren nun den offiziellen Schritt von SK Hynix, das NAND-Geschäft an den öffentlichen Markt zu bringen.
Die zentrale Logik hinter dem eigenständigen Börsengang von Solidigm besteht darin, als eigenständiges Unternehmen eine höhere Bewertung zu erzielen und sich auf die von KI getriebene Nachfrage nach Enterprise-Speicherlösungen zu konzentrieren. Im Gegensatz zu SK Hynix’ Hauptgeschäft mit HBM und DRAM unterscheidet sich NAND deutlich in technologischer Ausrichtung und Kundenstruktur. Nach dem Börsengang kann Solidigm eigene Finanzierungskanäle aufbauen und US-Investoren direkt die Unternehmensgeschichte im Enterprise-Storage-Segment präsentieren.
NAND-Aufwärtszyklus und der Wettbewerb mit Kioxia
Das Zeitfenster für den Börsengang von Solidigm fällt genau mit der Aufwärtsphase der NAND-Preise zusammen.
Laut TrendForce-Daten stiegen die NAND-Flashpreise im zweiten Quartal 2026 im Quartalsvergleich um 55 % bis 60 %; für das dritte Quartal wird ein weiterer Anstieg von 10 % bis 15 % erwartet. Gleichzeitig bereitet sich Kioxia, die Toshiba-Tochter, ebenfalls auf einen US-Börsengang vor. Die Kapitalmaßnahmen der zwei Hauptakteure im NAND-Bereich laufen somit parallel ab.
SK Hynix selbst hält bereits mit 26,5 Milliarden US-Dollar den Rekord für das größte US-IPO eines ausländischen Unternehmens. Ob Solidigm mit dem geplanten Emissionsvolumen von rund 10 Milliarden US-Dollar ähnliche Marktdynamik erzeugen kann, wird der erste Bewährungsprobe sein, ob das AI-Storage-Narrativ ausreicht, um eine eigenständige Bewertung für das NAND-Geschäft zu rechtfertigen.
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